dmexco - Messestand von Microsoft

Ausflug: dmexco

dmexco. Die Abkürzung klingt ein bisschen wie der Name für ein Migräne-Präparat. Und tatsächlich, so weit hergeholt ist dieser Gedanke nicht. Denn die Digital Marketing Exposition & Conference möchte die Kopfschmerzen lindern, unter denen viele Marketer aufgrund großer Umbrüche in ihrer Umwelt leiden. Unter dem Motto „Bridging Worlds“ stellten die Aussteller letzte Woche ihre Lösungen für eine blühende Marketing-Zukunft vor.

Obwohl. Marketing? Dieser Begriff gerät allmählich unter die Räder. Heutzutage muss man vor allem von Digitalisierung sprechen, sonst hört einem ja keiner zu. Deshalb wohl der Untertitel „Connecting the global digital economy“. Und folgerichtig nennt sich die Gemeinschaft, die am frühen morgen durch etliche Schlammpfützen zu ihren Messeständen stapfte, „Digiconomy“.

Digiconomy

„Digiconomy“ oder „Digitalwirtschaft“ steht eigentlich für weitaus mehr als das, was die dmexco erfassen kann. Das wird schon sehr bald das Synonym für alle wirtschaftlichen Aktivitäten sein. Selbst die Bundesregierung hat erkannt: „Es gibt kaum noch Lebens- und Wirtschaftsbereiche, in denen digitale Geräte, vor allem Computer und Smartphones, nicht Einzug gehalten haben.“ Weil wir aber noch nicht soweit sind (viele Unternehmen lesen zwar das Wort „Digitalisierung“ recht häufig in den Nachrichten, die Realität bleibt in den meisten Fällen jedoch analog) veranstaltete der BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft) benutzerfreundliche Orientierungsspaziergänge durch die Messehallen, in denen Zukunftsvisionen ersonnen wurden. Im Fokus lagen die Schlagworte der Stunde: Marketing Automation, Programmatic Advertising, E-Commerce und – groß gedacht – Digitale Transformation.

Digitale Transformation

Genau diese Transformation sollten Marketer als Chance begreifen und endlich beweisen, dass sie einen Platz am Entscheider-Tisch verdienen. Als ich zuletzt geschaut habe, gab es bei gerade acht der DAX30 Unternehmen Vorstände, die die Themen Marketing, Marke bzw. Vertrieb verantworten. Die Zeit ist reif für Veränderungen. Doch so einfach ist das Ganze natürlich nicht. Denn es reicht nicht zu wissen, mit welcher E-Mail Software man die effektivsten Ergebnisse erzielt. Etwas strategischer muss es schon sein. „Bridging worlds“ heißt: räumliche Distanz sowie ideologische, unternehmenspolitische oder persönliche Diskrepanzen dürfen in Zukunft keine (mehr so wesentliche) Rolle spielen. Silos gehören in die Geschichtsbücher. Echte Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern ins Aufgabenheft. Ein Mittel, das einen sanften Start ermöglicht, drängt sich nahezu auf: ein ernsthaft gemeintes Marketing Audit.

Dabei sollte ein Thema nicht fehlen – die Vernetzung aller Dinge miteinander, auch Internet of Things (IoT) genannt. Für die einen Schreckensvision, für die anderen eine Goldgrube, lohnt es, die Auswirkungen dieser Entwicklung auf das eigene Geschäftsmodell zu untersuchen (will man als Unternehmen nicht innerhalb der nächsten Jahre untergehen).

Konsequenterweise begegnete einem dieses weltumspannende Netz auf der dmexco an jeder Ecke, in jeder erdenklichen Form.

Internet of Things: konkret

Wohl das intimste Beispiel für das Internet of Things: miteinander vernetzte Liebesspielzeuge von Amorelie. Gut geeignet für Partner, die nicht in derselben Stadt leben. (Falls Ihnen das jetzt seltsam vorkommt: Das alles ist ein ernsthaftes Geschäft. Die ProSiebenSat.1 Media SE hält 75 Prozent der Anteile an Amorelie. Das ehemals klassische Medienunternehmen macht inzwischen 54 Prozent seines Umsatzes mit der Sparte „Digital Commerce“.)

Der freundliche Herr von Jawbone, einem Hersteller der sogenannten „Wearables“, wünschte sich wiederum, der Mensch stünde im Mittelpunkt aller Dinge und verwandle sich in eine lebende Datenbank, die alles miteinander vernetzt – gegebenenfalls mit Hilfe eines unter die Haut implantierten Chips. Dann wüsste Ihr Auto, ob Sie lieber Kanye West oder Justin Biber hören, und würde sich darauf einstellen. Ihr Fernseher könnte Ihnen die nächste Staffel von „Games of Thrones“ verweigern, weil er entscheidet, dass sie ins Bett gehören. Alles natürlich nur zu Ihrem besten.

dmexco 2016

Ob Sie die Marketingstrategie in Ihrem Unternehmen verantworten oder einen bestimmten Bereich ihrer Implementierung – besuchen Sie (auch) nächstes Jahr die dmexco. Sie werden nicht nur neuen Ideen von Adobe, Google, Facebook und Yahoo begegnen. Diese skurrile Mischung aus Dialogrunden, Vorträgen, Workshops, kostenlosem Kaffee, langen Warteschlangen an der Garderobe und noch längeren auf der Toilette, fantasievollen Start-up-Ideen und aufwendigen Messeständen treibt Veränderungen an.

Selbstverständlich gilt diese Aufforderung auch dann, wenn Sie in einem klassischen Business to Business – Unternehmen arbeiten. Denn ob in Verbindung mit Industrie 4.0, der Smart Factory oder im Umgang mit Ihren Kunden – Digitalisierung wird nicht verschwinden, nur weil Sie die Augen zumachen und so tun, als ob sie sie nicht sehen könnten.

Zukunftsaussichten

So viele Möglichkeiten Technologien versprechen: die menschlichen Hürden müssen erst noch überwunden werden. Sowohl auf Kundenseite (nein, es wacht wirklich nicht jeder auf und starrt noch im Bett auf seinen Instagram-Feed, obwohl es die sympathische Amy Cole von Instagram so gerne hätte) als auch auf Unternehmensseite. Genau hier sind Sie und Ihre Kollegen gefragt.

Das ist wie damals, als die Schienen für die erste Eisenbahn gelegt wurden. Entweder Sie machen mit, springen auf den Zug auf und entdecken neue Perspektiven. Oder Sie bleiben in der Vergangenheit stehen.

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