Die maschinelle Simulation menschlicher Nähe

Heutzutage dreht sich alles um Beziehungen mit Kunden.

Hörte ich neulich bei einer Marketingveranstaltung zum allseits dehnbaren Thema Digitalisierung. Ständig auf die Uhr schauend und doch die Zeit missachtend, beteten zwei von drei Referenten den Inhalt ihrer Folien herunter und drohten dem – aus potenziellen Kunden bestehenden – Publikum: „Ich habe noch achtzig Folien, wir könnten also noch ganz lange so weitermachen.“ Die maschinelle Simulation menschlicher Nähe weiterlesen

Werbung: Eine Kommunikationsform voller Poesie und Peinlichkeiten

Werbung hat ein ernsthaftes Imageproblem. Es ist inzwischen so schlimm, dass noch nicht einmal Menschen, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich mit ihr verdienen, diese in Verruf geratene Vokabel in den Vordergrund stellen wollen. Daher begegnet man vermehrt Unternehmen für kreative Kommunikationsdienstleistungen oder Studios für innovative Markenführung und alle reden darüber, wie man das, was Werbung ausmacht, am besten in ein trojanisches Pferd kriegt (durch Native Advertising, gefälschte Flash-Mobs und andere fantasievollen Methoden). Werbung: Eine Kommunikationsform voller Poesie und Peinlichkeiten weiterlesen

Warten auf Godot

„Das sind Krawattenträger und Schwätzer. Ich gehe jetzt. Von mir aus stimmt alles. Eigentlich dürfte jetzt nichts mehr schiefgehen.“

Mit diesen pragmatischen Worten eines Technikers für Telekommunikation endete ein Albtraum aus dem ich erst kürzlich erwacht bin – eine Erfahrung, die nur denjenigen zur Nachahmung empfohlen werden kann, die über die Fähigkeit verfügen, sich in einen Zustand meditativer Versenkung zu begeben, und eine Vorliebe für Sozialstudien oder Marketingkatastrophen haben. Warten auf Godot weiterlesen

Viel Lärm um nichts?

Manche behaupten, es sei ein Ort voller Eierköpfe, Karteileichen und falscher Identitäten. Anderen bereitet das unausgesprochene Motto „Wer zu viel quasselt, hat nichts zu sagen“, das sich hinter dem Platzangebot von 140 Zeichen versteckt, Unbehagen. Wiederum andere bilden sich lieber selbst eine Meinung, als auf Hörensagen zu vertrauen: 500 Millionen Pioniere wagten bisher den Schritt auf das unbekannte Terrain. Sie legitimierten ihre Neugierde und legten ein Konto an. 215 Millionen von ihnen scheinen überzeugt. Viel Lärm um nichts? weiterlesen

Winzige Wegbegleiter mit großem Potenzial

Erinnern Sie sich noch an den vergangenen Winter? Oder haben Sie jegliche Gedanken an ihn verdrängt? Dieses Klammern. Verrückt war das. Manch einer kam sich regelrecht verfolgt vor, wie Michael Douglas in „Eine verhängnisvolle Affäre“. Und unter uns, wer kann schon sagen, ob nicht hier und da ein Kaninchen geopfert wurde? Der Winter war jedenfalls lang, kalt und bescherte uns reichlich hartnäckige Erkältungen. Winzige Wegbegleiter mit großem Potenzial weiterlesen

Gehaltvolle Ideen erhalten die Freundschaft

Wenn man etwas Altes nimmt und der Sache einen neuen Namen gibt, dann ist das nicht per se weltbewegend. Fangen aber alle an über diese Sache zu reden, wird ganz schnell ein Trend daraus. Wie ein mutierter Virus sickert dieser Trend fortan in jede Lücke und kaum einer kann sich ihm entziehen.

Content Marketing ist so ein Phänomen. Ein Thema, das sich zunächst sehr gut dafür eignet, die Welt mit unnötigen Anglizismen zu überrumpeln. Gehaltvolle Ideen erhalten die Freundschaft weiterlesen

Erweiterte Realität

Das mit der Realität, das ist so eine Sache. Im wahrsten Sinne des Wortes, schließlich hat das Substantiv seinen Ursprung im lateinischen „res“, also „Sache“. Es gibt Menschen, die flüchten vor dieser „Sache“. Sie schauen Telenovelas, lesen Science-Fiction Romane oder essen Gummibärchen-Pizza. Andere wiederum stellen sie gänzlich in Frage. Denn, wer oder was beweist eigentlich, dass wir real sind? Es ist durchaus wahrscheinlich, dass wir nur Figuren aus einem Kartenspiel sind, die ausschließlich in der Fantasie eines Bäckers leben. Erweiterte Realität weiterlesen

Begegnungen im Nebel

Wie viele mögen uns?  Wie viele folgen uns? Sind das die Fragen, die ein Unternehmen sich heutzutage stellen muss? Oder sollte es vielmehr heißen: Wer gibt sich all diese Mühe? Oder doch eher: Was erwartet die Anhängerschar?

Eine Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien verrät: 47 Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzen soziale Medien. Begegnungen im Nebel weiterlesen

Die erste ernsthafte Unterhaltung

Liebe auf den ersten Blick ist ein wunderbares Gefühl. Ein Wimpernschlag und die Welt steht Kopf. Grenzenlosigkeit, Überschwang und Leichtsinn fließen zeitgleich durch die Venen. Kein Wunder, dass das Herz viel schneller schlägt. Dann, häufig unmerkbar, wie eine Schlingpflanze, die in die Ritzen des glücklichen Schwebezustandes klettert, streut der Alltag eine grimmige Saat: den Zweifel. Der Argwohn, ein Dieb, der jegliche Vernunft zu rauben vermag, schleicht nicht immer. Manchmal drängt er sich schon bei der allerersten Unterhaltung auf. Die erste ernsthafte Unterhaltung weiterlesen

Massen: Bewegung

Vor langer, langer Zeit, als „i“ einfach nur ein Buchstabe war und kein Lebensgefühl, gab es Unternehmen, die ihre eigenen Ideen in Produkte umgesetzt haben. Mit diesen, ihrer Meinung nach, findigen Produkten, versuchten sie möglichst viele Menschen glücklich zu machen. Wer oder was diese glückliche Menge ausmachte, spielte keine allzu große Rolle. Die einzelnen Teilchen der Masse waren in aller Welt verstreut und einander fern. Wenn die Menschen über ein Produkt sprachen, dann taten sie das in kleinen Kreisen. Massen: Bewegung weiterlesen