Warten auf Godot

„Das sind Krawattenträger und Schwätzer. Ich gehe jetzt. Von mir aus stimmt alles. Eigentlich dürfte jetzt nichts mehr schiefgehen.“

Mit diesen pragmatischen Worten eines Technikers für Telekommunikation endete ein Albtraum aus dem ich erst kürzlich erwacht bin – eine Erfahrung, die nur denjenigen zur Nachahmung empfohlen werden kann, die über die Fähigkeit verfügen, sich in einen Zustand meditativer Versenkung zu begeben, und eine Vorliebe für Sozialstudien oder Marketingkatastrophen haben. Warten auf Godot weiterlesen

Sieben Marketing-Ratschläge, die jeder zumindest gelesen haben sollte

Menschen lieben nummerierte Aufzählungen. Wieso auch nicht? Die Welt da draußen ist sehr komplex. Tag für Tag umspannt uns ein immer dichter werdendes, undurchsichtiges Netz aus neuen Informationen. Gleichzeitig haben wir immer weniger Zeit, uns mit all den Entwicklungen zu beschäftigen. Nummern hingegen kommen unkompliziert daher. Sie ordnen unser Leben, vermitteln Vertrauen und das wohlige Gefühl zu wissen, dass etwas einen Anfang, eine Mitte und ein Ende hat. Sieben Marketing-Ratschläge, die jeder zumindest gelesen haben sollte weiterlesen

Das unbekannte Wesen in unserer Mitte

Yeti ist ein haariger Riese von zwei bis drei Metern, der irgendwo im Himalaya wohnt. Nessie liebt das Wasser, hat eine glitschige Haut und lebt in Schottland – das weiß jedes Kind. Was aber kann die Allgemeinheit über den in Deutschland lebenden Marketing Freelancer berichten? Nichts. Das ist nicht etwa darauf zurückzuführen, dass es ihn nicht gibt. Ganz im Gegenteil. Nur nimmt er ungewöhnlich viele Formen an, passt nicht so recht in ein formelles Raster und fällt somit durch jedes Statistikloch. Das unbekannte Wesen in unserer Mitte weiterlesen

Ein schlechtes Briefing: Der Vorhof zur Projekthölle

Kurt Schneider verließ den Hauptbahnhof einer quirligen Stadt durch einen ruhigen Seiteneingang und stieg in ein Taxi. Der Fahrer legte sein Telefon zur Seite und schaltete den Zähler ein. Danach schaute er verwirrt in den Rückspiegel. Denn Kurt saß einfach nur da. Wortlos. Als auch nach dem Einschalten des Motors nichts passierte, drehte der Fahrer sich um. Grzegorz Maliszewski – den Namen hätte Kurt Schneider auf dem Namensschild, wenn auch nicht aussprechen, dann wenigstens lesen können, wären seine Augen offen gewesen – fragte: „Wo möchten Sie denn hin?“ Ein schlechtes Briefing: Der Vorhof zur Projekthölle weiterlesen

Das Vermächtnis des unbeugsamen Italieners

Ich hätte nicht gedacht, dass mir so etwas passiert. Aber wer niemals nie sagt, der weiß, dass irgendwann der Tag kommen wird, an dem das Unwahrscheinliche eintritt. Um einem ins Gedächtnis zu rufen, dass nichts unmöglich ist und alles wahrscheinlich. Ich bin ein wenig traurig. Denn das erste Mal in meinem Leben vermisse eine Marke. Das Verschwinden der YES-Törtchen aus den Regalen fiel mir noch nicht einmal auf. Der Tod von Kodak-Filmen – nicht der Rede wert. Das Vermächtnis des unbeugsamen Italieners weiterlesen

Die Kunst und der tägliche Zwiespalt

Das gängige Klischee eines bildenden Künstlers wird in Filmen häufig wie folgt dargestellt: Ein junger Mensch brennt für die Kunst und schließt sich in einem herunter gekommenen Atelier ein. Dort lässt er seinem kreativen Fluss freien Lauf, bis ihn eine Schaffenskrise erfasst. Genau dann trifft er auf eine zauberhafte Muse und widmet sich erneut der Kunstproduktion zu. Per Zufall entdeckt ein Galerist dieses außerordentliche Talent. Menschen strömen in die Ausstellung und ein wohlhabender Sammler entschließt sich, seiner Sammelwut freien Lauf zu lassen. Die Kunst und der tägliche Zwiespalt weiterlesen

Fremde Welten

Jeder, der schon mal den Auftritt eines Unternehmens auf einer Messe organisiert hat, weiß: Der Weg zum Erfolg ist mit unangenehmen Stolpersteinen gepflastert. Stundenlange Diskussionen, plötzliche Schweißausbrüche und schmerzliche Blasen gehören einfach dazu. Die Tage vor Ort sind lang, die Atemzüge kurz. Die nervösen Zuckungen hören erst Wochen nach dem großen Ereignis auf. Messen sind eben kein Zuckerschlecken. Weder für Veranstalter noch für Besucher. Fremde Welten weiterlesen

Eine haarige Angelegenheit

Ein Drogeriemarkt ist nichts für schwache Nerven. Frauen, die einem „Bad Hair Day“ zum Opfer gefallen sind, seien besonders gewarnt. Sie sollten diesen Ort auf keinen Fall betreten. Toilettenpapier kann man schließlich durch Taschentücher oder alte Zeitungen ersetzen. Martini und Wodka funktionieren auch prima als Nagellackentferner. Nichts aber ist so schlimm wie das Haarpflege-Regal an einem Tag, an dem eine Frau morgens vor dem Spiegel steht und sich wünscht, im nächsten Leben als Sigourney Weaver in „Alien 3“ wiedergeboren zu werden. Eine haarige Angelegenheit weiterlesen

Konstruktive Wortgefechte gibt es woanders

Studentischer Mitarbeiter, Junior Online Marketing Manager, Spezialist Programmkommunikation, Brand Manager, Market Analyst, CRM Spezialist, Referent des Konzernbetriebsrates… Man könnte noch lange so weiter machen, wollte man all die Marketing-Rollen aufzählen, die es in deutschen Unternehmen gibt. Alleine über die Jobbörse „Stepstone“ werden derzeit mehr als zweitausend passende Kandidaten gesucht. Wesentlich mehr Marketing-Menschen sitzen bereits fest in ihrem ergonomischen Drehstuhl. Konstruktive Wortgefechte gibt es woanders weiterlesen

Ein Labyrinth und kein Ende der Welt

Draußen ist es viel zu warm, von Schnee keine Spur. Nebel lässt die Landschaft aussehen, als hätte man wieder das Schwarz-Weiß-Fernsehen eingeführt. Der Traum von einer weißen Weihnacht – ausgeträumt. Und dann ist auch noch für heute das Ende der Welt angesagt. Welche Zeitzone gilt denn da eigentlich? Da die Nachricht aus Mexiko kommt, haben wir wahrscheinlich noch ein klein wenig Zeit. Zumindest noch so lange, bis dieser Artikel fertig ist. Aber im Grunde genommen bin ich sehr zuversichtlich, dass sich die Erde auch morgen noch dreht. Ein Labyrinth und kein Ende der Welt weiterlesen