Zukunft der Kommunikation - Briefkasten als Symbol

Die Zukunft der Kommunikation

Vor unendlich vielen Jahren stand der Begriff „Kommunikation“ für eine zwischenmenschliche Handlung. Im Laufe der Zeit erfand unsere Spezies das Feuer, was ihr erlaubte, sich auch über längere Distanzen hinweg zu verständigen. Nach und nach kamen raffiniertere Technologien hinzu. Gebote wurden für alle nachlesbar in Stein gemeißelt und Kabel im Ozean vergraben. Bestimmte Kreise nutzten Kommunikation als Synonym für die Signalübertragung zwischen zwei Maschinen. Heute unterhalten sich Maschinen nicht nur untereinander, sie mischen sich immer häufiger in die Gespräche der Menschen ein. Manche von ihnen sind laut, lassen einen nicht zu Wort kommen und neigen zur Bevormundung.

 

Und was passiert morgen?

Dieser Frage widmete sich die Veranstaltung „Future Convention – Next Level Communication“ im, thematisch bestens geeigneten, Frankfurter Museum für Kommunikation und malte ein buntes Bild.

 

Die dunklen Farben
Zunehmend entwickeln wir uns zu einer wandelnden Sammlung von Datensätzen, denn es gibt kaum noch einen Bereich im Leben, der nicht potenziell aufgezeichnet und ausgewertet werden könnte. Schon jetzt verschenken viele ihre Seele an den, der sie mit kostenlosen Angeboten ködert, oder verkaufen sie an den meistbietenden – ganz oft im Namen der Effizienz. Es ist nicht auszuschließen, dass der Mensch sich, Datensatz für Datensatz, ganz leise, selbst wegrationalisiert.

Das amerikanische Unternehmen Cisco schraubt kräftig am Internet of Everything – alle, egal ob Mensch oder Maschine, sollen sehr bald grenzen- und problemlos miteinander kommunizieren. Selbstverständlich sieht Cisco in diesem Ansatz nur Vorteile. So könnten die Gewinne der internationalen Privatwirtschaft, wenn alles sich so entwickelt wie erwünscht, zwischen 2013 und 2022 um insgesamt 21 % steigen. Was soll daran schlecht sein?

 

Die hellen Farben
Im Rahmen des im Mittelpunkt der Veranstaltung stehenden Wettbewerbs „Zukunftspreis Kommunikation“, der von dem Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation e. V. (DVPT) initiiert wird, erörterten Studenten, die die Zukunft der Kommunikation neu definieren möchten, unterschiedliche Teilaspekte.

Der Gewinner der Kategorie „Culture“, Nicki Schäfer, erkundet beispielsweise wie Produkte durch ihre Form mit uns kommunizieren. Sein Projekt trägt den Namen  „Kommunizierende Form – Metapher in der Produktgestaltung“. Was zunächst kompliziert klingt, ist recht einfach: Das Abbild eines Weckers am modernen Herd steht für den Küchen-Timer. Sehen wir eine App, die als Symbol eine Sonne verwendet, ahnen wir, dass sich dahinter die Wettervorhersage verbirgt. Viele moderne Gegenstände kommen ohne Metaphern gar nicht mehr aus. Auf dieser Basis entwickelte Nicki praktische Ansätze und Methoden, um die gewonnenen Erkenntnisse für die Gestaltung von neuen Produkten tatsächlich nutzbar zu machen. Daraus entstand eine Produktserie, die die jeweilige Metaphorik exemplarisch demonstriert. Nutzerfreundlich gestaltete Produkte, das wissen wir nicht erst seit der Erfindung des iPods, vermögen es, ganz ohne Worte, für sich zu sprechen.

Wer mit wem? Wie? Warum? Mit welchen Konsequenzen? Kommunikation ist ein vielfältiges Thema. Die „Future Convention“ gewährte auch einige sehr persönliche Einblicke: In einem Gespräch, bei dem es darum ging, herauszufinden wie unterschiedliche Generationen mit dem Wandel in der Kommunikation umgehen, bekundete eine junge Teilnehmerin, sich in Zukunft mehr auf das „Primärerlebnis“ konzentrieren zu wollen. Das bedeutet: Statt im Verlaufe eines Konzertes unentwegt auf einen Bildschirm zu starren, an den Handyeinstellungen herumzufuchteln und anderen die Sicht zu versperren – Musik zu erleben. Im Restaurant nicht mit achtzehn Fremden zu chatten, sondern – seinem Gegenüber in die Augen zu schauen. Ob sie es, trotz des Drucks, den Freunde ausüben, schafft?

Die Zukunft ist stets ungewiss. Aber genau das macht sie so spannend.

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