Marketinglektionen vom Ende der Welt

Manche behaupten, es sei das Ende der Welt. Andere finden, hier nähme alles seinen Anfang.

In der engen, gewundenen Straße, an deren Ende der Ozean mal tobt, mal so tut als könnte sich sein Wasser nie trüben, herrscht nach Einbruch der Dunkelheit Stille. Häuser aus altem Naturstein werfen im Mondlicht weiche Schatten.

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Hinweis: Der achtsame Umgang mit Worten könnte Veränderungen bewirken

Ich bin Kugeln und sogar vergifteten Pfeilen ausgewichen, doch letztendlich streckte mich die Klinge eines Vokals nieder.*

Sprache ist ein mächtiges Werkzeug. Sie schafft Illusionen und Verhältnisse. Unternehmen benutzen Worte gern als Köder und verwenden viel Zeit darauf, Algorithmen mit den richtigen Vokabeln zu füttern. Gelegentlich lassen sie uns bittere Sätze schlucken.

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Ausflug: MasterClass

In der fünften Klasse setzte mich eine smarte Lehrerin neben B. Sie wusste, er würde, anders als A., niemals lange oder gar kurze Gespräche mit mir führen. Dazu hatte B. keine Zeit. Unter unserer Holzbank versteckte er stets ein Stück Literatur, mit dem weder ein kinderloser König aus dem 14. Jahrhundert noch geometrische Figuren mit drei Symmetrieachsen konkurrieren konnten. B. tat für eine Weile das, was manche von uns sich ihr Leben lang nicht trauen: Er widersprach dem System und trug die Konsequenzen dafür. Möglicherweise verpasste er aber gleichzeitig die Chance darauf, seinen Horizont zu erweitern.

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Wenn Menschen das Menschsein wiederentdecken

Mit wachen Sinnen. Fähig, sich in andere hineinzuversetzen. Voller Zuversicht. Gegen jegliche Erschütterungen gefeit. Andere geschickt auf die eigene Seite ziehend. Verlässlich. Günstige Fügungen des Schicksals willkommen heißend. So begegnen ambitionierte Fachkräfte den Herausforderungen unserer Zeit. Bei Nachholbedarf empfiehlt der Harvard Business Review wärmstens seine Buchreihe zum Thema: Wie wir es schaffen, uns in unserer Arbeitsumgebung menschlich zu verhalten.

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Alle Jahre wieder

Zahlreiche US-Amerikaner:innen kümmert Machtmissbrauch recht wenig, solange er keine sichtbaren Auswirkungen auf ihr Leben hat. Deshalb bekommen sie schon sehr bald den Präsidenten, den sie nicht verhindern wollen. Die Chancen darauf, dass sich die EU und die britische Regierung auf ein Handelsabkommen einigen, sinken schneller als ein Sconekrümmel in der Teetasse.

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Nicht angestellt, nicht skalierbar, nicht fassbar

Ob der menschlichen Notwendigkeit, Artgenoss*innen in Schubladen zu stecken, gehöre ich verschiedenen Gruppierungen an. Manche Kästchen versammeln viele, die sich mit mir ein Merkmal teilen. Andere erinnern an ein Programmkino, das kurz vor Mitternacht kasachische Filme zeigt. Die Zuordnung erfolgte teils schon bei der Geburt. Frau, blauäugig, Äpfel liebend. Für weitere Schubfächer habe ich mir im Laufe der Zeit eine Eintrittskarte besorgt. Frankfurterin, Fahrradhelmträgerin, Freelancerin

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Übermäßiger Betätigungsdrang im Frühling unseres Stillstands

„In der Armut ist sie neidisch, im Reichtum wird sie vielleicht zum Snob. Geld ändert nicht die Krankheit, nur die Symptome.”

In dem Roman „Der Winter unseres Missvergnügens“ von John Steinbeck stellt die Hauptfigur Ethan Hawley fest, dass sich ein Charakter in Krisenzeiten nicht ändert. Er offenbart vielmehr unverblümt seine Eigenschaften. Diese Erkenntnis lässt sich mit ein wenig Fantasie auf Marken übertragen. Wollen wir?

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Der Markt hat keine Lust, irgendetwas zu regeln

Bei einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

Das heutige Angebot ist groß und unübersichtlich. Die Nachfrageseite zeigt sich überwältigt, weshalb die Anzahl vermeintlicher Orientierungszeichen unaufhörlich wächst. Schon seit Jahrzehnten sortieren Stiftung Warentest und Öko-Test Produkte in gute und schlechte ein. Siegel, die sich allerlei Kriterien bedienen, werden vom Staat, von Interessengemeinschaften oder Unternehmen selbst vergeben. Engel, Frösche und Hasen zwinkern uns von Verpackungen aus zu. Doch einen echten Durchblick vermögen sie leider nicht zu schaffen.

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Eine Geschichte von zwei Re­vo­lu­ti­onen

It was the best of times, it was the worst of times,
it was the age of wisdom, it was the age of foolishness,
it was the epoch of belief, it was the epoch of incredulity,
it was the season of Light, it was the season of Darkness,
it was the spring of hope, it was the winter of despair,
we had everything before us, we had nothing before us,
we were all going direct to Heaven, we were all going direct the other way. Eine Geschichte von zwei Re­vo­lu­ti­onen weiterlesen

Somewhere over the rainbow

…Way up high
There’s a land that I heard of once in a lullaby…

Ob die Regenbogenfahne ihren Ursprung in Judy Garlands Song aus dem Film „Zauberer von Oz“ hat? Kann niemand mit Sicherheit sagen. Fakt ist, dass sie zu einer Zeit, in der LGBTIQ-Menschen (Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle, Queere) sich irgendwohin wünschten, wo man sie nicht dafür verurteilen würde, sie selbst zu sein, zu einem internationalen Symbol aufstieg. (1978 umfasste dieses Symbol nur Lesben und Schwule. Erst allmählich fand die faszinierende Komplexität des Universums Platz in der öffentlichen Debatte.) Somewhere over the rainbow weiterlesen