Erweiterte Realität

Das mit der Realität, das ist so eine Sache. Im wahrsten Sinne des Wortes, schließlich hat das Substantiv seinen Ursprung im lateinischen „res“, also „Sache“. Es gibt Menschen, die flüchten vor dieser „Sache“. Sie schauen Telenovelas, lesen Science-Fiction Romane oder essen Gummibärchen-Pizza. Andere wiederum stellen sie gänzlich in Frage. Denn, wer oder was beweist eigentlich, dass wir real sind? Es ist durchaus wahrscheinlich, dass wir nur Figuren aus einem Kartenspiel sind, die ausschließlich in der Fantasie eines Bäckers leben. Erweiterte Realität weiterlesen

Weltliche Rituale im Kartenformat

In einer Welt voller Chaos schaffen weltliche Rituale eine gewisse Ordnung. Sie bieten Orientierungshilfen und erlauben uns, einen Augenblick lang inne zu halten. Jemandem bei der Begrüßung die Hand zu geben ist so ein Ritual. Es ist hunderte von Jahren alt und hat das finstere Mittelalter sowie die Finanzkrise überstanden. Nicht ganz so betagt, doch in der Geschäftswelt mindestens genauso selbstverständlich: Der Tausch von Visitenkarten. Weltliche Rituale im Kartenformat weiterlesen

OoH, Frau Meier und jede Menge bedrucktes Papier

Gertrude Meier schloss die Haustür ab und war höchst erfreut. Es hatte endlich aufgehört zu regnen und sie konnte den Weg zum Café ohne Schirm oder Regenmantel beschreiten. Passanten, die an ihr vorbei liefen, maßen dem wahrscheinlich keine Bedeutung bei. Sie sahen die rüstige, ältere Dame mit Rollator kaum an. Für die Dreiundachtzigjährige bedeutete es, sich keine Gedanken darüber zu machen, wie sie würdevoll und trocken zugleich zum Frühstück mit ihren Freundinnen ankommen würde. OoH, Frau Meier und jede Menge bedrucktes Papier weiterlesen

Das Klopfen an der Tür

Ein energisches Klopfen lässt die Haustür erzittern. Ist es ein alter Bekannter? Eine nervige Cousine? Oder womöglich ein Einbrecher? Hoffentlich ist es nicht der Nachbar von Gegenüber, der schon wieder erkältet ist. Ein kleiner Blick durch den Spion und schon hat man Sicherheit. Es ist zum Glück der Pizzalieferant. Doch Moment. Jetzt klingelt es auch noch an der Hintertür. Unentschlossenheit. Man will ja nichts verpassen. Muss der Mann mit der gelben Kappe eben noch eine Minute warten. Auf zur anderen Seite. Das Klopfen an der Tür weiterlesen

Die geschickten Hände einer Frau im Wandel der Zeit

Schwere Männerstiefel stehen still in der Ecke eines modrigen Kellers. Einst gehörten sie einem jungen Fluglehrer. Hinterlassen hat sie ein traumatisierter Großvater, der seine Mitmenschen häufig im Schatten einer dunklen Gasse sah. Selten hatten sie dort Gutes vor.

Etwas Vergilbtes steckt in den Stiefeln. Auf dem Tisch ausgebreitet, zaubern die dünnen Seiten der „Frankfurter Rundschau“ ein Stück Vergangenheit hervor. Die geschickten Hände einer Frau im Wandel der Zeit weiterlesen

Post für Dich

Die virtuelle Macht ist allgegenwärtig. Ihr Einfluss nimmt jeden Tag zu. Es ist kaum möglich, ihr zu widerstehen. Unsere Daten schweben auf Wolken (The Cloud). Wir selbst können jede Bewegung in Echtzeit an andere weiter geben (Facebook, Twitter, Google+). Die „digital Natives“ (Menschen, die nicht wissen wie das Räuspern einer Schallplatte klingt, die sich noch nie in einem Telefonkabel verfangen haben), können sich eine Welt unter anderer Regentschaft noch nicht einmal mehr vorstellen. Post für Dich weiterlesen

Wenn eine Kette zerbricht, beginnt ein Monolog

Schlechte Übersetzungen verursachen Albträume. Mildernde Wirkung verspricht man sich durch Hinweise auf die Notwendigkeit der internationalen Freundschaftspflege und die nicht mehr aufzuhaltende Globalisierung, bei gleichzeitig steigenden Rohstoffpreisen und in die Höhe schießenden Personalkosten. Wird man mit solchen Unverschämtheiten in der Geschäftswelt konfrontiert, dann ist das möglicherweise ein Hinweis darauf, dass der Geschäftspartner die Wirkung eines Dialoges unterschätzt. Wenn eine Kette zerbricht, beginnt ein Monolog weiterlesen

Ein Bild sagt mehr… manchmal auch nicht

Mitarbeiter transportieren die Werte einer Marke genauso wie ein Produkt oder der damit verbundene Service. Und dennoch, kein Gebiet wird so sehr vernachlässigt wie das Aushängeschild des Unternehmens. Nicht erst seit der Erfindung der Digitalkamera scheinen die Verantwortlichen hier ein großartiges Einsparpotential entdeckt zu haben. Menschen werden vor den buntesten Hintergründen abgelichtet. Absurde Qualität verwandelt Publikationen in Gruselkabinette. Vermeintlich professionelle Auftritte gleichen eher Schnappschüssen für ein privates Fotoalbum oder Handyfotos aus der Pre-iPhone-Ära.

Wieso würde man Millionen für Messen, Broschüren und Anzeigen ausgeben und dann genau an diesem so greifbaren Ende sparen? Ein Bild sagt mehr… manchmal auch nicht weiterlesen