Wenn eine Kette zerbricht, beginnt ein Monolog

Schlechte Übersetzungen verursachen Albträume. Mildernde Wirkung verspricht man sich durch Hinweise auf die Notwendigkeit der internationalen Freundschaftspflege und die nicht mehr aufzuhaltende Globalisierung, bei gleichzeitig steigenden Rohstoffpreisen und in die Höhe schießenden Personalkosten. Wird man mit solchen Unverschämtheiten in der Geschäftswelt konfrontiert, dann ist das möglicherweise ein Hinweis darauf, dass der Geschäftspartner die Wirkung eines Dialoges unterschätzt. Wenn eine Kette zerbricht, beginnt ein Monolog weiterlesen

Jemand da draußen?

Man kann Entscheidungen ohne die Unterstützung von Fakten treffen. Stürzt man sich kopfüber in sechzig Zentimeter tiefes Wasser sind die Konsequenzen recht überschaubar. Im Geschäftsleben geht es nicht immer so geradlinig zu, aber es gibt ein bewährtes Hilfsmittel: Marktforschung.

Wie so viele Begriffe der deutschen Sprache wird auch dieser von einem Anglizismus angegriffen. Der Übeltäter heißt „Market Research“. Welchen Ausdruck man auch bevorzugt, beide wollen auf das Gleiche hinaus: Informationen sammeln, auswerten, als Handlungsgrundlage nutzen. Jemand da draußen? weiterlesen

Die bunte Welt der bedeutenden Kleinigkeiten

Wer auch immer Abkürzungen erfunden hat verdient Schläge mit einem Soft Gummi-Hammer. Hätte es dieses Sprachmonster nicht gegeben, wäre das KMU schlicht ein kleines oder mittleres Unernehmen und die Welt ein friedlicher Ort. (Sie ahnen ja nicht welche Zusammenhänge man im Universum entdecken kann, aber darum geht es in diesem Beitrag nicht.)

Mutter EU und Vater Staat mögen sie besonders gerne. Ihr Dasein wird finanziell gefördert. Die bunte Welt der bedeutenden Kleinigkeiten weiterlesen

Ein missverstandenes Konzept mit weitreichenden Folgen

Einer der Begriffe, die am häufigsten missverstanden und missbraucht werden, ist „Customer Relationship Management“. Dabei ist es nichts anderes als ein Konzept für die Pflege von Kundenbeziehungen.

Lange nach dem Einzug von Telefon, Fax und E-Mail in die Marketingwelt und irgendwann vor Web 2.0, wurde der Begriff, fühlbar über Nacht, mit der Technologie gleichgesetzt, die das Gesamtkonstrukt unterstützen soll. Es folgten millionenschwere Investitionen, selbstgebastelte Lösungen und jahrelange Diskussionen mit Vertrieblern, die keine Lust hatten, ihre Macht mit einem Computer oder gar dem ganzen Unternehmen zu teilen. Ein missverstandenes Konzept mit weitreichenden Folgen weiterlesen

Das unfreiwillige Rätsel und ein Boot, das deswegen noch nicht auf Grund läuft

„Seite nicht gefunden. Die von Ihnen gesuchte Seite existiert nicht. Vielleicht wurde diese Seite gelöscht oder Sie haben sich bei der Eingabe vertippt.“ Stumm aber bestimmt übermittelt der Computer diese Nachricht.

Noch einmal das Zehnfingersystem bemühen. Vielleicht doch vertippt. Nein. Die Schreibmaschinen-Lehrerin hat ihren Schülern beigebracht, zumindest in einem Lebensbereich, annähernd fehlerfrei zu sein.

Seltsam. Der Flyer auf dem Schreibtisch verspricht doch wir könnten uns kennenlernen. Der Treffpunkt: Eine Website. Zugegeben. Den durch eine Grafik verstärkten Mittelpunkt bildet die tiefsinnige Frage: „Ziehen alle am selben Strang“? Das unfreiwillige Rätsel und ein Boot, das deswegen noch nicht auf Grund läuft weiterlesen

Der Weg ist nicht das Ziel

„Wir müssen bei Facebook mitmachen.“ „Ohne Twitter geht es heutzutage nicht.“ „An YouTube kommen wir wirklich nicht vorbei.“  Solche Äußerungen, in dieser Reihenfolge oder auch einzeln, kommen Mitarbeitern in Marketingabteilungen auf der ganzen Welt täglich von unterschiedlichen Richtungen her zu Ohren. Was dann geschieht hängt von den Beteiligten ab. Eine Projektgruppe wird aus dem Boden gestampft, um sich heroisch der fremden Macht zu stellen. Die Aussage taucht für die folgenden Wochen und Monate wie ein Mantra in jedem Meeting auf, ohne den Alltag grundsätzlich zu verändern und gerät still in Vergessenheit. Es besteht die vage Möglichkeit, dass die Aussagen zunächst in Frage gestellt werden.
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Ein Bild sagt mehr… manchmal auch nicht

Mitarbeiter transportieren die Werte einer Marke genauso wie ein Produkt oder der damit verbundene Service. Und dennoch, kein Gebiet wird so sehr vernachlässigt wie das Aushängeschild des Unternehmens. Nicht erst seit der Erfindung der Digitalkamera scheinen die Verantwortlichen hier ein großartiges Einsparpotential entdeckt zu haben. Menschen werden vor den buntesten Hintergründen abgelichtet. Absurde Qualität verwandelt Publikationen in Gruselkabinette. Vermeintlich professionelle Auftritte gleichen eher Schnappschüssen für ein privates Fotoalbum oder Handyfotos aus der Pre-iPhone-Ära.

Wieso würde man Millionen für Messen, Broschüren und Anzeigen ausgeben und dann genau an diesem so greifbaren Ende sparen? Ein Bild sagt mehr… manchmal auch nicht weiterlesen