Bilder ohne Worte

In der achten Klasse zeigte uns eine amerikanische Referendarin ein Foto, das sie aus einer Tageszeitung ausgeschnitten hatte. Zu sehen war ein Jugendlicher in schmutziger Kleidung und mit gesenktem Blick, umstellt von zwei Polizisten.

Die Referendarin fragte: „Was meint Ihr, was passiert hier gerade?“

„Der Junge ist irgendwo eingebrochen und wird festgenommen.“ Bilder ohne Worte weiterlesen

Die Kunst und der tägliche Zwiespalt

Das gängige Klischee eines bildenden Künstlers wird in Filmen häufig wie folgt dargestellt: Ein junger Mensch brennt für die Kunst und schließt sich in einem herunter gekommenen Atelier ein. Dort lässt er seinem kreativen Fluss freien Lauf, bis ihn eine Schaffenskrise erfasst. Genau dann trifft er auf eine zauberhafte Muse und widmet sich erneut der Kunstproduktion zu. Per Zufall entdeckt ein Galerist dieses außerordentliche Talent. Menschen strömen in die Ausstellung und ein wohlhabender Sammler entschließt sich, seiner Sammelwut freien Lauf zu lassen. Die Kunst und der tägliche Zwiespalt weiterlesen

Fremde Welten

Jeder, der schon mal den Auftritt eines Unternehmens auf einer Messe organisiert hat, weiß: Der Weg zum Erfolg ist mit unangenehmen Stolpersteinen gepflastert. Stundenlange Diskussionen, plötzliche Schweißausbrüche und schmerzliche Blasen gehören einfach dazu. Die Tage vor Ort sind lang, die Atemzüge kurz. Die nervösen Zuckungen hören erst Wochen nach dem großen Ereignis auf. Messen sind eben kein Zuckerschlecken. Weder für Veranstalter noch für Besucher. Fremde Welten weiterlesen

Viel Lärm um nichts?

Manche behaupten, es sei ein Ort voller Eierköpfe, Karteileichen und falscher Identitäten. Anderen bereitet das unausgesprochene Motto „Wer zu viel quasselt, hat nichts zu sagen“, das sich hinter dem Platzangebot von 140 Zeichen versteckt, Unbehagen. Wiederum andere bilden sich lieber selbst eine Meinung, als auf Hörensagen zu vertrauen: 500 Millionen Pioniere wagten bisher den Schritt auf das unbekannte Terrain. Sie legitimierten ihre Neugierde und legten ein Konto an. 215 Millionen von ihnen scheinen überzeugt. Viel Lärm um nichts? weiterlesen

Eine haarige Angelegenheit

Ein Drogeriemarkt ist nichts für schwache Nerven. Frauen, die einem „Bad Hair Day“ zum Opfer gefallen sind, seien besonders gewarnt. Sie sollten diesen Ort auf keinen Fall betreten. Toilettenpapier kann man schließlich durch Taschentücher oder alte Zeitungen ersetzen. Martini und Wodka funktionieren auch prima als Nagellackentferner. Nichts aber ist so schlimm wie das Haarpflege-Regal an einem Tag, an dem eine Frau morgens vor dem Spiegel steht und sich wünscht, im nächsten Leben als Sigourney Weaver in „Alien 3“ wiedergeboren zu werden. Eine haarige Angelegenheit weiterlesen

Zwischen den Zeilen

Robert Bosch war dagegen. Bertelsmann, Tchibo und Dr. Oetker haben den Schritt auch nicht gewagt. Nicht jedes Unternehmen möchte an die Börse. Nachvollziehbar, denn dort bekommt man im Gegenzug für Kapital ein dickes Bündel mit Folgen: Zwang zur Transparenz, Aktionäre deren hauptsächliches Interesse Erträgen gilt und Quartalspanik werden zu ständigen Begleitern im Alltag. Wem das nichts ausmacht, der wünscht sich beim wichtigsten deutschen Aktienindex gelistet zu sein, dem DAX. Zwischen den Zeilen weiterlesen

Das Flüstern im Karton

Ideen entstehen im Kopf, keimen der Legende nach in Garagen und entfalten ihr wahres Potenzial in wild eingerichteten Büros. Schritt für Schritt verwandeln sich Gedanken in erfolgreiche Unternehmen und schaffen als Nebeneffekt komplexe Strukturen. Aus einigen wenigen Kunden, die man besser kennt als seine Verwandtschaft, werden unübersichtliche Massen, deren verschwommene Gesichter Kennzahlen formen. Doch damit Chaos verhindert und der Einzelne wieder sichtbar wird, bietet das Universum einen Ausweg: Informationstechnik. Das Flüstern im Karton weiterlesen

Ausflug: Zeit statt Zeug

Ganz am Anfang kommt uns Zeit sehr grobkörnig vor. Nur langsam schiebt sie sich durch unsere persönliche Sanduhr. Mit jedem Lebensjahr aber schrumpfen die Sandkörner. Immer schneller rutschen sie nach unten. Und irgendwann werden sie zu winzigen Staubteilchen, die kompromisslos auf den Boden zurasen. Bis oben nichts mehr übrig ist. Aus der Ferne betrachtet erinnert dieses unten gefüllte Glas an kitschige Souvenirs. Beige Sandkörner stehen für Augenblicke, in denen wir alleine waren. Ausflug: Zeit statt Zeug weiterlesen

Beziehungsgeflechte

Wie erklärt man Kindern oder Außerirdischen den Unterschied zwischen Business to Consumer und Business to Business?

Die Käuferseite könnte man wie folgt beschreiben: In der ersten Welt leben flatterhafte Fabelwesen mit einem Hang zur Identitätsstörung, die häufig durch unerklärliche Schwankungen des Gemütszustandes ausgelöst und durch Preisnachlässe verschlimmert wird. Beziehungsgeflechte weiterlesen

Natur auf dem Laufsteg

Wie definiert man eigentlich den Begriff „normal“ im Zusammenhang mit einem Apfel? Klingt wie eine Fangfrage? Oder die Auswirkung von übermäßigem Apfelkonsum? Es ist vielmehr eine Anregung darüber nachzudenken, ob die Menschheit es schafft zu überleben. Denn der Apfel spielt dabei eine ernstzunehmende Nebenrolle.

„Normal“ heißt im Falle eines Apfels, dass er so beschaffen ist, wie ihn sich die Allgemeinheit vorstellt. Natur auf dem Laufsteg weiterlesen